
Richard und Thomas Ohman sind die Gründer von Point65. Ich muss sagen, ich habe einen besonderen Fabel für Skandinavien, die scheinen uns aber auch immer eine Nasenspitze voraus zu sein. So wie Point65 sich die Vorzüge des Webs zunutze macht, können sich hier beheimatete Hersteller noch so einige Scheibchen von abschneiden. Richard Ohman jedenfalls führt einen Unternehmensblog, in dem er von seinem Alltag und seinen Gedanken berichtet (Hierzulande sind der Frosta-Blog oder der Saftblog Pioniere dieser Gattung und gute Besipiele dafür, dass soetwas bei anderen Firmen funktioniert). Sein Alltag spielt sich dabei zwischen seinem Wohnort in Frankreich und den beiden Büros in Stockholm und Shanghai ab. Seine Gedanken drehen sich um paddelnde Mitarbeiter, um das Plagiat-Problem, um (manchmal doch recht skurrile) Trends im Kanugeschäft, die Richard mit viel Augenzwinkern vorstellt. Interessant ist aber auch, wenn Richard als China-Korrespondent auftritt und einen Livebericht aus Shanghai liefert. Der letzte Artikel handelt beispielsweise davon, dass in China die Zensurmaßnahmen wie das Sperren der Seiten Blogger und Wikipedia, seit kurzem offenbar aufgehoben wurden, denn Richard kann seinen Blog nun auch vor dort führen. Letztlich findet man dann doch wieder den thematischen Bogen zum Sport über Olympia und wenn man mich fragt welcher Information ich eher glaube, der von Spiegel, Focus und Ko. oder der aus erster Hand eines unabhängig berichtenden Paddlers, dann entscheide ich mich ohne lang zu zweifeln für letzteres.
1858, zur Zeit als im Neandertal die berümten Fossilien gefunden wurden, Charles Darwin ›Die Entstehung der Arten‹ publizierte, Abraham Lincoln in den USA über das Problem der Sklaverei debattierte und das Land kurz vor dem Bürgerkrieg stand, begann dort eine kleine Manufaktur in Orono, im Bundesstaat Maine hochwertige Paddel und Ruder herzustellen: »Shaw & Tenny«. Als Sie damals anfingen am Stillwater River mit wasserbetriebenen Maschinen Paddel und Ruder zu produzieren, waren Jollen und Kanus noch ein gebräuchliches Verkehrsmittel. Noch heute, zum 150sten Jubiläum seien einige dieser Originalmaschinen in Betrieb, erklärt die Firma stolz.
»Wir sind eine Manufaktur, keine Fabrik«
»Das Herstellen dieser Produkte erfordert einiges an Hand/Augen-Koordination«, sagt
Steve Holt, der die Firma seit dem Jahre 2003 leitet. »Wir sind täglich aufgeregt und fühlen uns geehrt dieses unglaubliche Ansehen für unsere Spitzenleistung weiterhin zu erhalten, welche Shaw & Tenney weltweit ausgebildet hat«.
Auch hier in Deutschland kümmert sich jemand um den Vertrieb von »Shaw & Tenny« Paddel. Es ist Jörg Wagner von »Wooden Boat« in Rosbach. Wer also Interesse hat, sich diese Kunstwerke mal anzusehen, der muss nicht gleich über den großen Teich, wasserbetriebene, 150 Jahre alte Maschinen zur Paddelherstellung wird man dort aber leider nicht zu sehen bekommen.
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